Der Gi
Der Hakama - Falten
Die Kleidung - korrektes Anziehen
Der Hakama - Binden
Der Hakama - Zusammenlegen
Waschanleitung
Blau machen: über Indigo
Die Bedeutung der Stoffmaße


Der Gi

Der Aikido-Gi muß auf der einen Seite widerstandsfähig sein, darf aber auf der anderen Seite nicht in der Beweglichkeit hinderlich sein. Es ist üblich, das Erwachsene Keiko-Gi aus kräftiger Baumwolle tragen. Dabei gibt es grundsätzlich folgende Qualitätsunterschiede: 

o Ein Single Layer Gi ist einfach aus einer Lage Stoff gefertigt. Der klassische Aikido-Gi verfügt in den oberen zwei Drittel des Oberkörpers eine durchgehende Reiskorn-Struktur, das untere Drittel ist mit einem großen Rautenmuster versehen.

o Ein Double Layer Gi dagegen ist aus zwei miteinander verwobenen (also nicht miteinander vernähten) Lagen Baumwolle gefertigt.
 Die Musterung ist identisch mit dem Single Layer Gi.

Zurück zum Anfang!



Der Hakama - Falten

Der Hakama ist eine lockere Hose, gebunden um die Hüfte mit Bändern, getragen über einem Kimono oder Gi. Das wissen wir alle. Was aber eher wenige wissen, ist  folgendes: 

 

Der Hakama durchlief im Laufe der Zeit einen steten Wandel: Die Beine wurden weiter, an der Hüfte wurden die Falten hinzugefügt,  zeitweise wurde er an den Beinen mit einer Kordel geschnürt. Der heute im Kendo gebräuchliche Typ des Hakama kam im 17. Jahrhundert in Mode und diente als Reiterhose.

 

Die fünf Falten des Hakama  (ebenso wie die fünf Knoten des Shinai) symbolisieren die Gojo, die fünf Tugenden des Konfuzianismus.

 

Jin: Wohlwollen, das Gute

Gi: Ehre, Gerechtigkeit

Rei: Höflichkeit und Etikette

Chi: Wissen, Weisheit

Shin: Aufrichtigkeit

 

Die Zahl 5 kann auch die Gokoku Houjou symbolisieren, die fünf heiligen Getreide der japanischen Urbevölkerung: Kome (Reis), Mugi (Weizen), Awa (Hirse), Kibi (Hirse) und Mame (Leguminosen).

 

Die beiden rückseitigen Falten stehen für die zwei mythologischen Gottheiten des Budo (Takemikazuchi no ono kami oder Kashima Jinguu und Futsunushi no kami oder Katori Jinguu)- Das Koshita (Rückenschild) repräsentiert die Schöpferin Japans, Amaterasu oumikami.

 

Zurück zum Anfang!



Die Kleidung - korrektes Anziehen

Es gibt wohl nichts in Kendo und Aikido, zudem es kein passendes Reglement gibt. Während des Anziehens von Gi und Hakama sind folgende Dinge zu beachten:

 

o Zum Anziehen des Gi führt man zuerst den linken Arm in den Ärmel ein, zum Ausziehen zieht man zuerst den rechten Arm aus dem Gi heraus. Damit wird sichergestellt, das die rechte Hand (die Zughand) möglichst lange frei bleibt.

o Den Hakama zieht man ebenfalls mit den linken Bein zuerst an, mit dem rechten Bein steigt man zuerst aus. Der vordere Saum wird tiefer als der hintere getragen, er liegt knapp auf den Fußrücken auf. Der hintere Saum sollte bis etwa auf Knöchelhöhe fallen.

o Vor dem Training auf jeden Fall eine Abschlußkontrolle durchführen: Der Gi sollte über der Brust hoch geschlossen sein, der Kragen sollte glatt am Nacken anliegen. Am Rücken sollte der Gi keine Falten werfen und sich nicht über dem Rückenschild des Hakama (Koshita) aufwölben. Die Ärmel sollen gerade fallen, die Falten des Hakama gleichmäßig sitzen.

 

Zurück zum Anfang!



Der Hakama - Binden

Dazu kann ich wieder nur eins sagen: Laßt Bilder sprechen!

 










Nur eine Anmerkung noch: Statt der Schleife auf dem Bauch kommt ein netter Kreuzknoten; die losen Enden der Himo werden seitlich im Einschnitt versteckt. Die Bänder sollten immer glatt gezogen werden, zum einen wegen der Optik, zum anderen um Druckstellen zu vermeiden! Gerne wird auch der Bund des Hakama nach innen eingeschlagen, um den Obi über dem Aikido-Gi herum. Das stabilisiert den Hakama gerade bei Bodenübungen..

 

Also, viel Spaß beim nachmachen!!!

 

Zurück zum Anfang!



Der Hakama - Zusammenlegen

Diese kleine Graphik soll Dir bei dem Zusammenlegen des Aikido - Hakama helfen. Am besten läßt Du Dir aber von einem Vereinskameraden helfen, denn die ersten Versuche fallen in der Regel doch recht schwer.




 

Zurück zum Anfang!



Waschanleitung

Das Waschen des Hakama ist Handarbeit. Traditionell wird die Baumwolle indigogefärbt und die Farbe nicht fixiert. Deswegen sollte man folgendes beachten:

 

o Zum Waschen des Hakama drehe bitte das Kleidungsstück auf Links und tauche es unter, bis es sich vollgesogen hat. Es ist ratsam, bei den ersten Waschgängen ein Fixiersalz oder Essig zu dem Wasser zu geben, aber kein Waschmittel. Dann heißt es, den Hakama einfach unter großem Druck durchzukneten. Dabei aber bitte besonders auf die Falten des Hakama Acht geben!

 

o Nimm den Hakama aus der Wanne, wende ihn wieder auf die rechte Seite und halte Vorder- und Hinterteil aneinander. Wringe den Hakama nicht aus, sondern hänge ihn einfach an einem schattigen Platz zum Trocknen auf.

 

o Bitte verzichte auf den Einsatz von Waschmaschine und Trockner, sowie von zu starken Waschmitteln. Je höherwertiger die Qualität der Kleidung, desto schneller hat man sie auf diese Weise ruiniert! Klingt komisch, ist aber so... ;-)

 

Zurück zum Anfang!



Blau machen: über Indigo

Indigo (Ai)  ist eine blaue Flüssigkeit hergestellt aus der Indigo-Pflanze, die schon von Alters her zum Färben verwandt wird. Die in Japan meist verwendete Art ist Tadeai,  welche ursprünglich in Indochina beheimatet ist.

 

Das älteste Beispiel indigo-gefärbter Stoffe in Japan wird im Horyuji Tempel in Nara aufbewahrt und stammt aus der Zeit um 620 n.Chr.. Indigo war lange Zeit nur den Aristokraten vorbehalten. Es zeichnet sich durch seine Licht- und Wasserbeständigkeit aus (will man eigentlich kaum glauben...). Durch wiederholtes eintauchen in die Farbe und anschließendes oxidieren kann eine breite Vielfalt unterschiedlicher Blautöne erzeugt werden.

 

Die Färbung stärkt das Gewebe und wirkt insektenabweisend. Indigo wird auch nachgesagt, das es blutstillend und geruchshemmend wirkt.

 

Übrigens: Wollten Färber Stoffe mit Indigo färben, mußten sie eine Farbstofflösung mit einem bestimmten pH-Wert anrühren. Dieser wurde durch das Anreichern der Färbelauge mit Harnsäure erreicht, oder auf Deutsch: durch reinpinkeln. Um die erforderliche Menge an Urin zu erhalten, mußten bzw. durften die Färber große Mengen Alkohol trinken. Viel lief also an diesen Tagen sowieso nicht mehr, es wurde also "blau gemacht".

 

Zurück zum Anfang!

 



Die Bedeutung der Stoffmaße

Meist bei den Hakama stolpern wir über Maßangaben zu den Stoffen, mit denen der Laie nur wenig anfangen kann. Ob #5000er, #7000er, #8000 oder #10000er Baumwolle...macht das einen Unterschied? Im folgenden sind erstmal die Bedeutungen dieser Maßangaben erläutert, im Anschluß die praktische Anwendung...


Bedeutung der Maßzahlen 

Die Maßzahlen korrelieren mit dem Gewicht und der Anzahl der Fäden pro Quadrat-Inch (2,54cm x 2,54cm) des Stoffes. Interessanterweise unterscheiden sich allerdings diese Maße voneinander, je nachdem ob die Stoffstärke nach der gewobenen Länge oder der gewobenen Breite  bestimmt wird. Das hört sich komisch an, ist aber so ;-)

In der folgenden Tabelle sind Stoffklassen, über die man in Netz immer mal stolpert, näher beschrieben. Die verwendeten Abkürzungen bedeuten:


F - Faden

FS - Fadenstärke, wobei größere Zahlen dünnere Durchmesser bedeuten

AZ - Anzahl der Fäden bei verdrilltem Garn

F/I - Fäden pro Inch, wobei verdriltte Fäden wie einer zählen

 

Fadenmaß #

nach Stofflänge*

nach Stoffbreite**

FS - AZ - F/I

FS - AZ - F/I

#6000

#16 - 1 - 60

#16 - 1 - 74

#8800

#30 - 2 - 60

#20 - 2 - 52

#11000

#30 - 2 - 63

#20 - 2 - 54


 * nach Stofflänge bedeutet die vertikale Länge des Stoffes
** nach Stoffbreite entspricht bei einem Hakama der Weite des Stoffes

Also nochmal in Worten: Ein Hakama aus einer #8800er Baumwolle besteht aus einer Fadenstärke von 30. Dabei sind zwei Fäden miteinander verdrillt. Es werden 60 solcher Fäden in einem Inch der Länge verwoben, also 120 Einzelfäden. In der Breite wird eine größere Fadenstärke, nämlich 20 verwandt. Wieder sind jeweils zwei Fäden verdrillt und 52 dieser Doppelfäden, also 104 Einzelfäden werden in einem Inch verarbeitet.

Im Vergleich dazu eine #11000er Qualität. Die Fadenstärke in der Länge beträgt 30, jeweils zwei Fäden werden zu einem verdrillt und 63 davon, also 126 Einzelfäden werden pro Inch Länge verwoben. In der Breite sind es 20er Fadenstärken bei zwei verdrillten Fäden und 54 von diesen pro Inch, also 108 Fäden. Deutlich sieht man den Unterschied in der Dichte der Webart.

Generell läßt sich also sagen: Je größer die Zahl, mit der die Stoffstärke angegeben wird, desto dichter und schwerer ist das Gewebe, desto haltbarer ist es also auch.

zurück!